Die Frage, ob Matten-Pilates, Reformer oder beides angeboten werden soll, ist eine der ersten strategischen Entscheidungen eines Pilates-Studio-Betreibers. Die Antwort hängt von Ihrem Raum, Budget, den Instruktorqualifikationen, dem Zielkundenprofil und dem lokalen Markt ab.
Beide Formate florieren in der Schweiz — sprechen aber unterschiedliche Kunden an, erfordern unterschiedliche Investitionen und liefern unterschiedliche Margen.
Die wesentlichen Unterschiede
Matten-Pilates ist das ursprüngliche Format — alle Übungen auf dem Boden, nur mit Körpergewicht und minimalen Hilfsmitteln. Reformer-Pilates nutzt einen Gleitschlitten, Federn und Riemen, um Widerstand und Unterstützung hinzuzufügen, was eine grössere Bewegungsvielfalt ermöglicht.
Aus Kundenperspektive: Matten-Pilates fühlt sich eher wie ein anspruchsvoller Fitnesskurs an; Reformer-Pilates wie Präzisionstraining mit therapeutischen Dimensionen.
Platz- und Ausrüstungsanforderungen
Matten-Pilates benötigt wenig: eine Qualitätsmatte pro Person (CHF 60–120 je Stück), optionale Hilfsmittel und ca. 4–5 m² pro Teilnehmer. In einem 60 m² Studio können 12–15 Personen Mattenkurse belegen.
Reformer-Pilates benötigt ca. 4 m² pro Gerät plus Abstand, erheblich mehr Kapital (CHF 2.800–5.500 pro Reformer) und eine Deckenhöhe von mindestens 2,8 m. In einem 60 m² Studio passen bequem 6 Reformer.
Wichtige Erkenntnis
Hybridstudios, die beide Formate anbieten, brauchen sorgfältige Stundenplanung — Reformer lassen sich nicht schnell verschieben, daher finden Mattenkurse typischerweise in einem separaten Bereich oder zu anderen Zeiten statt.
Umsatzpotenzial im Vergleich
Matten- und Reformer-Kurse haben sehr unterschiedliche Umsatzprofile:
- Mattengruppenkurs (12 Kunden à CHF 25): CHF 300 pro Session
- Mattengruppenkurs (12 Kunden à CHF 30): CHF 360 pro Session
- Reformer-Gruppenkurs (6 Kunden à CHF 40): CHF 240 pro Session
- Reformer-Gruppenkurs (6 Kunden à CHF 50): CHF 300 pro Session
- Reformer-Privatstunde (1 Kunde à CHF 120): CHF 120 pro Session
Welche Kunden wählen was
Matten-Pilates zieht typischerweise an: Neueinsteiger, die kostengünstig starten möchten, fitnessorientierte Kunden, die ein herausforderndes Training wünschen, Gruppenliebhaber und budgetbewusste Kunden.
Reformer-Pilates zieht typischerweise an: Kunden mit spezifischen Rehabilitationsbedürfnissen (Rückenschmerzen, Post-OP), Kunden, die Präzision und persönliche Aufmerksamkeit schätzen, und erfahrene Pilates-Praktizierende.
Wichtige Erkenntnis
Viele Studios stellen fest, dass Matten-Pilates als Einstieg für Reformer dient: Kunden beginnen auf der Matte, entwickeln eine Wertschätzung für Pilates und steigen dann auf Reformer um.
Instruktorqualifikationen
Matten- und Reformer-Pilates haben unterschiedliche Zertifizierungsanforderungen. Matten-Zertifizierung ist typischerweise ein kürzeres Programm. Vollständige Reformer-Zertifizierung erfordert zusätzliche Ausbildung — üblicherweise 80–150 Stunden über eine umfassende Matten-Zertifizierung hinaus.
Stellen Sie sicher, dass jeder Reformer-Instruktor eine vollständige Gerätezertifizierung hat, nicht nur ein Matten-Zertifikat.
Ein kombiniertes Angebot aufbauen
Viele erfolgreiche Schweizer Pilates-Studios bieten beides an: Mattenkurse für Volumen und Zugänglichkeit, Reformer für Premiumumsatz und Differenzierung. StudioPlan unterstützt mehrere Kursarten, unterschiedliche Preisstufen und separate Kapazitätseinstellungen für jedes Format.
