Pilates12 Min. Lesezeit7. September 2026

Pilates mit Geräten: Was die Ausstattung kostet — kaufen, leasen oder mieten?

Reformer, Tower, Stuhl und Barrel — was jedes Gerät in der Schweiz kostet, wie viele Sie wirklich brauchen und ob Kauf, Leasing, Miete oder Occasion am meisten Sinn ergibt.

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StudioPlan Team

Pilates mit Geräten: Was die Ausstattung kostet — kaufen, leasen oder mieten?

Die Geräte sind die grösste Einzelentscheidung bei der Eröffnung eines gerätegestützten Pilates-Studios — und die, die am häufigsten aus dem Bauch heraus fällt. Man betritt einen Showroom, verliebt sich in eine Maschine und bindet CHF 30.000, bevor gerechnet wurde, wie viele Stunden pro Woche dieses Gerät tatsächlich läuft.

Dabei ist das Gerät selbst nur ein Teil der Frage. Wie Sie es finanzieren, verändert Ihren monatlichen Break-Even, Ihre Beweglichkeit, falls die Nachfrage anders ausfällt als geplant, und wie schnell Sie einen zweiten Raum eröffnen können. Ein Studio, das sechs Reformer least, und eines, das sechs Reformer kauft, haben denselben Stundenplan und sehr unterschiedliche Bilanzen.

Dieser Leitfaden zeigt, was die einzelnen Geräte in der Schweiz kosten, wie viele Sie brauchen, welche vier Wege es gibt — und welche Betriebskosten in Eröffnungsbudgets fast immer fehlen.

Was «Pilates mit Geräten» eigentlich umfasst

Pilates mit Geräten — Gerätetraining — umfasst eine Familie von Maschinen, die Joseph Pilates entworfen hat, jede mit einer eigenen Rolle. Kaum ein Studio braucht alle, aber zu wissen, was welches Gerät leistet, verhindert sowohl Überinvestition als auch Lücken im Programm.

  • Reformer: die Schlitten-und-Feder-Maschine, die die Kategorie prägt. Sie trägt rund 80% dessen, was ein Gruppenkurs macht — und sie ist das Gerät, das gebucht wird
  • Tower bzw. Halbtrapez: ein Aufbau am Reformer mit Federn von oben. Verdoppelt das Übungsspektrum zum Bruchteil eines Cadillacs
  • Cadillac / Trapeztisch: das volle Gerät, vor allem für Privatstunden und Rehabilitation. Eines reicht den meisten Studios
  • Wunda Chair: kompakt, anspruchsvoll, hervorragend für Kraft und für kleine Räume. Zwei Stühle passen auf die Fläche eines Reformers
  • Ladder Barrel und Spine Corrector: Extension und Mobilität — und der günstigste Weg, das Programm zu erweitern
  • Springboard: ein wandmontiertes Federsystem. Der günstigste Einstieg ins Gerätetraining in einem Mattenstudio

Wichtige Erkenntnis

Wenn Sie unsicher sind, ob Gerätetraining überhaupt passt, ist eine Springboard-Wand der günstigste echte Test: rund CHF 700–1.200 pro Station im Mattenstudio — und Sie haben reale Nachfragedaten, bevor Sie sich auf Reformer festlegen.

Was die einzelnen Geräte in der Schweiz kosten

Die Preise variieren nach Marke und danach, ob Sie über einen Schweizer Händler kaufen oder direkt importieren. Import ist auf dem Papier günstiger, aber rechnen Sie Zoll, MWST, Lieferung in den ersten Stock und das Fehlen einer Servicestelle vor Ort ein, wenn eine Federaufhängung reisst.

  • Reformer, Einstieg gewerblich: CHF 2.400–3.200 pro Gerät
  • Reformer, Premium (Merrithew, Gratz, obere Balanced-Body-Linien): CHF 4.000–6.000
  • Tower-Aufbau: CHF 900–1.800 pro Reformer
  • Cadillac / Trapeztisch: CHF 4.500–8.000
  • Wunda Chair: CHF 1.200–2.400
  • Ladder Barrel: CHF 900–1.600. Spine Corrector: CHF 250–450
  • Springboard-Station: CHF 700–1.200
  • Zubehör pro Reformer — Box, Sprungbrett, Zusatzfedern, Gurte: CHF 500–1.200

Wichtige Erkenntnis

Fragen Sie jeden Lieferanten zuerst zwei Dinge, noch vor dem Preis: Lieferfrist und wer das Gerät in der Schweiz wartet. Zwölf Wochen Lieferzeit können Ihre Eröffnung hinter den Mietbeginn schieben — teuer auf eine Weise, die auf keiner Rechnung steht.

Wie viele Sie tatsächlich brauchen

Der häufigste Eröffnungsfehler ist, Kapazität für das Studio zu kaufen, das man im dritten Jahr zu haben hofft. Ungenutzte Reformer sind Kapital, das nicht ins Marketing fliesst — und ein Achter-Kurs mit fünf Personen ist schwerer zu füllen als ein Sechser-Kurs mit fünf Personen.

Eine praxistaugliche Erstausstattung in der Schweiz: sechs Reformer, davon zwei mit Tower, ein Chair, ein Ladder Barrel und ein Satz Kleingeräte. Das deckt Gruppenkurse, Privat- und Duett-Stunden ab und liegt inklusive Zubehör bei rund CHF 22.000–32.000.

Ergänzen Sie Reformer erst, wenn Ihre Spitzenkurse dauerhaft voll sind und die Wartelisten dauerhaft aktiv — nur beide Signale zusammen rechtfertigen mehr Geräte.

Kaufen

Über die Lebensdauer ist Kauf der günstigste Weg. Ein gewerblicher Reformer hält bei guter Wartung zehn bis fünfzehn Jahre, ein Gerät für CHF 3.200 kostet also rund CHF 20–27 pro Monat über die Nutzungsdauer. Keine Zinsen, kein Vertrag, und das Gerät gehört Ihnen.

Der Preis dafür ist Liquidität. Sechs Reformer plus Zubehör bedeuten CHF 22.000–32.000 Abfluss in genau dem Monat, in dem auch Mietkaution, Ausbau und erstes Marketing anfallen. Genau in diesem Monat geht Studios das Geld aus.

Kauf ergibt Sinn, wenn Sie das ohne Anbruch Ihrer Sechs-Monats-Reserve stemmen können und die Nachfrage sicher ist — meist, weil Sie bereits unterrichten und Kundschaft mitbringen.

Leasing

Geräteleasing verteilt die Kosten über 36 bis 60 Monate und lässt Ihr Startkapital intakt. In der Schweiz liegt ein Reformer für CHF 3.200 typischerweise bei rund CHF 70–90 pro Monat über 48 Monate — sechs Reformer also bei CHF 420–540 monatlich.

Über die Laufzeit zahlen Sie etwa 12–20% mehr als beim Kauf. Dafür behalten Sie CHF 20.000 Betriebskapital in der Phase, in der ein neues Studio es am dringendsten braucht, und die Rate ist eine planbare Betriebsausgabe statt eines Lochs in der Reserve.

Lesen Sie drei Klauseln genau: was am Laufzeitende passiert (Eigentumsübergang, Restwertzahlung oder Rückgabe), ob eine vorzeitige Ablösung möglich ist und zu welchen Kosten, und ob der Vertrag eine Geräteversicherung verlangt, die Sie nicht ohnehin haben. Die meisten Schweizer Anbieter verlangen von jungen Unternehmen eine persönliche Bürgschaft — wissen Sie, was Sie persönlich unterschreiben.

Wichtige Erkenntnis

Vergleichen Sie die Gesamtsumme über die Laufzeit mit dem Kaufpreis, nicht die Monatsrate mit Ihrem Bauchgefühl. Ein Leasing, das 15% mehr kostet, Sie aber durch Monat sechs trägt, ist ein guter Handel. Eines mit 40% Aufschlag ist ein verkleideter Kredit.

Mieten und Miete mit Kaufoption

Kurzzeitmiete ist der seltenste Weg — und in drei Situationen der nützlichste: Nachfrage an einem neuen Standort testen, ein Pop-up oder Saisonangebot fahren, und ein Gerät überbrücken, das mitten im Semester in Reparatur ist.

Rechnen Sie mit rund CHF 150–250 pro Reformer und Monat. Als Dauerlösung teuer, als Experiment günstig. Manche Anbieter bieten Miete mit Kaufoption, bei der ein Teil der Miete an einen späteren Kauf angerechnet wird — danach sollten Sie ausdrücklich fragen, denn beworben wird es selten.

Das ehrliche Argument fürs Mieten ist Information. Drei Monate gemietete Reformer in einem Raum, den Sie ohnehin bezahlen, sagen mehr über die lokale Nachfrage als jede Marktstudie — und kosten weniger, als dieselbe Erkenntnis nach dem Kauf von sechs Geräten.

Der Occasionsmarkt

Gebrauchte Reformer kosten in der Schweiz CHF 1.000–2.000, meist weil ein Studio geschlossen oder aufgerüstet hat. Zum halben Neupreis ist das der schnellste Weg zu einer Ausstattung mit begrenztem Budget — sofern Sie richtig prüfen.

Kontrollieren Sie den Rahmen auf Risse und Schweissreparaturen, die Laufschienen auf Pitting und flache Stellen und die Rollen auf Spiel; fahren Sie den Schlitten einmal ganz durch und hören Sie auf Schleifgeräusche. Prüfen Sie jede Feder auf Korrosion und gleichmässige Spannung sowie die Federaufhängungen und Haken — der häufigste Schwachpunkt. Sehen Sie sich die Polster auf Risse an und vor allem auf Durchsitzen: ein flaches Polster bedeutet starke Nutzung. Vergewissern Sie sich, dass Fussstange und Kopfstütze sicher einrasten, und fragen Sie nach Alter, Vorbesitzer und Servicehistorie.

Planen Sie CHF 200–500 pro Occasionsgerät für neue Federn, Seile und Polster ein. Sie liegen damit immer noch deutlich vorn, und ein revidierter gewerblicher Reformer trägt ein Studio über Jahre.

Wichtige Erkenntnis

Kaufen Sie nie ein gewerbliches Gerät ungesehen von Fotos. Wenn Sie nicht selbst prüfen können, zahlen Sie CHF 150 für eine Fachperson. Ein Rahmenriss ist nicht reparabel — und auf einem Inserat nicht immer sichtbar.

Die Betriebskosten, die niemand einplant

Geräte sind keine einmalige Anschaffung, sondern ein Wartungsplan. Federn verlieren Spannung und müssen je nach Nutzung alle zwei bis vier Jahre ersetzt werden. Seile und Gurte dehnen sich und fransen aus — monatlich prüfen, in einem gut ausgelasteten Studio jährlich ersetzen. Polster sitzen durch und sehen müde aus, lange bevor sie versagen. Die Kundschaft merkt das.

Für ein Studio mit sechs Reformern sind CHF 1.200–2.400 pro Jahr realistisch: Federn, Seile, Polsterauffrischung, Rollen- und Schienenservice sowie ein jährlicher Technikerbesuch. Das sind CHF 100–200 pro Monat — die Position, die in Eröffnungsbudgets am häufigsten fehlt.

Dazu kommt die Geräteversicherung mit CHF 200–500 pro Jahr bei einem Gerätewert von CHF 30.000. Bewahren Sie die Kaufbelege auf — Versicherer fragen genau im falschen Moment danach.

Eine Entscheidungshilfe

Fünf Fragen klären Kauf, Leasing, Miete oder Occasion schneller als jede Tabelle:

  • Haben Sie nach dem Gerätekauf noch sechs Monatskosten in Reserve? Wenn nein, kaufen Sie nicht
  • Haben Sie bereits Kundschaft, die mitkommt? Sichere Nachfrage rechtfertigt Eigentum, unsichere spricht für Leasing oder Miete
  • Ist der Raum langfristig gesichert? Ein kurzer oder unsicherer Mietvertrag macht fest installierte Geräte zum Risiko
  • Können Sie Occasionen fachkundig prüfen — oder jemanden dafür bezahlen? Wenn ja, sind Occasionen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Würde das durch Leasing freie Geld in Wachstum fliessen — oder einfach liegen bleiben?

Wichtige Erkenntnis

Ein verbreitetes und vernünftiges Schweizer Muster: vier Reformer gebraucht kaufen, zwei neue leasen und die Differenz als Marketingbudget für die ersten sechs Monate behalten. Gemischte Beschaffung ist kein Kompromiss, sondern meist die bestgeführte Variante der Entscheidung.

Damit sich die Geräte rechnen

Sobald die Maschinen im Raum stehen, zählt eine Kennzahl: Umsatz pro Reformer-Stunde. Nehmen Sie den Kursumsatz und teilen Sie ihn durch die Anzahl Geräte und die belegten Stunden. Ein voller Sechser-Kurs zu CHF 42 ergibt CHF 252 pro Stunde, also CHF 42 pro Reformer-Stunde. Derselbe Kurs mit vier Personen ergibt CHF 28.

Diese eine Zahl sagt mehr als Auslastungsprozente. Sie zeigt, welche Slots einen zusätzlichen Kurs verdienen, welche besser zu Privatstunden mit höherem Ertrag pro Gerät werden und welche zu streichen sind. Und sie beantwortet ehrlich, ob ein siebter Reformer überhaupt etwas verdienen würde.

Dafür brauchen Sie die tatsächliche Auslastung, nicht Ihr Gefühl davon — und genau da hört ein Buchungssystem auf, Verwaltung zu sein, und fängt an, die Geräte zu bezahlen.

Ein Gerätestudio mit StudioPlan führen

Gerätekurse haben harte Kapazität: eine Person pro Reformer, ohne Ausnahme. StudioPlan setzt Kapazität pro Kurs durch, verwaltet Privat- und Duett-Stunden neben Gruppenkursen und rückt bei Absagen automatisch von der Warteliste nach — genau das macht aus einem leeren Gerät wieder eine bezahlte Stunde.

Anwesenheit und Umsatz pro Kurs sind sichtbar, ohne etwas zu exportieren. Der Umsatz pro Reformer-Stunde wird damit zu einer Zahl, die Sie anschauen statt rekonstruieren. Buchung, Abokarten und Zahlungen laufen in CHF über Ihr eigenes Stripe-Konto, auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch.

Die Geräte sind die Kapitalentscheidung. Sie Woche für Woche zu füllen, ist die operative — und diese entscheidet, ob sich die Investition trägt.

Wenn Sie noch in der Planung stehen: Pilates-Studio einrichten behandelt Platz, Bewilligungen und Break-Even, und Matte oder Reformer klärt, welches Format Ihr lokaler Markt tatsächlich trägt.

Häufige Fragen

Was kostet ein Pilates-Reformer?

Ein gewerblicher Einstiegs-Reformer kostet in der Schweiz CHF 2.400–3.200; Premium-Modelle von Merrithew, Gratz oder aus den oberen Balanced-Body-Linien liegen bei CHF 4.000–6.000. Gebrauchte gewerbliche Reformer kosten CHF 1.000–2.000, plus rund CHF 200–500 für neue Federn, Seile und Polster.

Kann man Pilates-Geräte mieten oder leasen?

Ja. Leasing verteilt die Kosten über 36–60 Monate und liegt bei rund CHF 70–90 pro Monat für einen Reformer zu CHF 3.200, über die Laufzeit typischerweise 12–20% teurer als Kauf. Kurzzeitmiete kostet etwa CHF 150–250 pro Reformer und Monat — als Dauerlösung teuer, als Nachfragetest an einem neuen Standort günstig.

Wie viele Reformer braucht ein neues Studio?

Sechs ist in der Schweiz der übliche Einstieg: genug für eine tragfähige Kursökonomie, klein genug, um zuverlässig zu füllen. Eine praxistaugliche Erstausstattung sind sechs Reformer mit zwei Tower-Aufbauten, ein Chair, ein Ladder Barrel und Kleingeräte — inklusive Zubehör rund CHF 22.000–32.000.

Kaufen oder leasen — was ist besser?

Kaufen Sie, wenn danach noch sechs Monatskosten in Reserve bleiben und die Nachfrage sicher ist — über die Lebensdauer ist das günstiger. Leasen Sie, wenn das Geld in den ersten Monaten für Miete, Ausbau und Marketing besser eingesetzt ist, und betrachten Sie den Aufschlag von 12–20% als Preis für Zahlungsfähigkeit.

Was kostet der Unterhalt von Pilates-Geräten?

Planen Sie für ein Studio mit sechs Reformern CHF 1.200–2.400 pro Jahr: Federn alle zwei bis vier Jahre, Seile und Gurte jährlich bei hoher Auslastung, periodische Polsterauffrischung, Rollen- und Schienenservice sowie ein jährlicher Technikerbesuch. Dazu CHF 200–500 pro Jahr Geräteversicherung.

Wie lange hält ein Reformer?

Ein gewerblicher Reformer hält bei guter Wartung zehn bis fünfzehn Jahre. Federn, Seile und Polster sind Verschleissteile, die unterwegs ersetzt werden; über die Lebensdauer entscheiden Rahmen und Laufschienen — deshalb sind Rahmenrisse und Pitting an den Schienen beim Occasionskauf die wichtigsten Prüfpunkte.

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